Bücher

Dement, aber nicht bescheuert

Demenzkranke wollen als Menschen wahrgenommen werden. Aber wir Gesunden können nicht ertragen, einen geliebten Angehörigen ins Vergessen gleiten zu sehen – wir therapieren, beschäftigen und medikamentieren, damit wir uns nicht hilflos fühlen. Doch hilft das den Dementen? Nein, im Gegenteil. Die Kranken möchten in ihrerm So–Sein angenommen werden. Dafür plädiert Michael Schmieder, und dieses Konzept praktiziert er im Pflegeheim Sonnweid – mit beeindruckendem Erfolg. Was ist besonders? Michael Schmieder ist ein Mann der Praxis: Er lebt das, was er schreibt. Er nimmt die Demenzkranken und ihre Bedürfnisse ernst und behandelt jeden Kranken als Individium. Die Dementen bestimmen die Bedingungen, unter denen sie leben möchten.

Michael Schmieder, Dement, aber nicht bescheuert, Ullstein Verlag

Buch bestellen

Schule der Endlichkeit

„Schule der Endlichkeit“ beleuchtet das Leben von Menschen mit Demenz, das neben allen Schrecken auch ein ungeahntes Spektrum an Schönheit haben kann. Dokumentiert werden zahlreiche eindringliche Gespräche mit dem Pflegepersonal sowie Angehörigen von Bewohnern des international bekannten Demenz-Kompetenzzentrums Sonnweid bei Zürich. Darin geht es um Wesensveränderung und den Verlust des „alten“ Lebens, um ambulante Betreuung, die stationäre Aufnahme in die Sonnweid, das Leben dort, neue Freundschaften und um den Tod.

Buch bestellen

Der alte König in seinem Exil

Der alte König in seinem Exil Arno Geiger hat ein berührendes Buch über seinen Vater geschrieben, der trotz seiner Alzheimerkrankheit mit Vitalität, Witz und Klugheit beeindruckt. «Der alte König in seinem Exil» ist nicht nur erstklassige Literatur, sondern vermittelt auch viel Wissen über die Begleitung von Menschen mit Demenz.

Arno Geiger, Der Alte König in seinem Exil, Hanser Verlag

Buch bestellen

Demenz. Fakten, Geschichten, Perspektiven

Experten nennen die bisher bekannten Fakten zum Thema Demenz beim Namen und erläutern, was es damit auf sich hat. Betroffene und Angehörige berichten von «ihrer» Demenz und was sie mit ihrem Leben macht. Renommierte Autoren vermitteln Perspektiven auf sozial-politischer, medizinischer, menschlicher und spiritueller Ebene, wie wir dieser Krankheit und den Betroffenen respektvoll begegnen können.

Irene Bopp-Kistler, Demenz., rüffer und rub Verlag

Buch bestellen

Demenz verstehen - Leitfaden für die Praxis

Der Bildungsordner Demenz verstehen – Leitfaden für die Praxis vermittelt auf 400 Steiten das Know-how von 40 Fachleuten aus den verschiedensten Bereichen. Er richtet sich an Fachleute und Laien, die berufllich oder privat mit dem Thema Demenz in Kontakt kommen – sei es als Betreuende, Heimleiter, Hausärzte, Heimköche, Politiker, Angehörige, Therapeuten, Architekten, Raumpfleger usw.

Andrea Mühlegg-Weibel (Herausgeberin), Demenz verstehen – Leitfaden für die Praxis, Sonnweid AG

Bildungsordner bestellen

Da und doch so fern

Anders als in der bisherigen Literatur zu Demenz, konzentriert sich die amerikanische Forscherin Dr. Pauline Boss explizit auf die Themen «Beziehung und Abschiednehmen» Ihr grosses Anliegen ist es, aufzuzeigen, wie Angehörige von Demenzkranken mit ihren eigenen Gefühlen zurechtkommen können.

Pauline Boss, Irene Bopp-Kistler, Marianne Pletscher, Da und doch so fern, rüffer & rub Verlag

Buch bestellen

Uhren gibt es nicht mehr

Multimediakünstler und Autor André Heller im Gespräch mit seiner Mutter – ein Buch voller Weisheit, Poesie und Witz

Worauf kommt es an im Leben? 102 Jahre alt ist Elisabeth Heller, und langsam, so sagt sie in den Gesprächen, die sie mit ihrem Sohn André in den vergangenen Monaten geführt hat, geht es ans Verabschieden. „Innerlich sieht man sich noch jung und freut sich auf den nächsten Tag“, sagt die alte Dame, die geboren wurde, als der Erste Weltkrieg ausbrach, und die mit gerade 19 den Süßwarenfabrikanten Stephan Heller heiratete. Ein anderes Mal wünscht sie sich, „dass das Körperwerkl in Gottesnamen auslaufen soll“ und erzählt dann munter über einen Selbstmordversuch aus Liebe und über Lehár am Klavier in Bad Ischl. Ein kleines Buch von großer Weisheit, würdevoll, poetisch, komisch. Und das Dokument einer späten Liebe und großen Offenheit zwischen Mutter und Sohn. Elisabeth Heller starb am 7. August 2018 in Wien-Hietzing.

«Das Buch fasziniert mich, es wurde rasch zum Begleiter für zwischendurch – am Computer, im Büro, zu Hause – immer wieder las ich darin und sprach darüber, was wir als das Wesentliche in unserem Leben erkennen werden. «Uhren gibt es nicht mehr» ist ein Philosophielehrgang in Kurzversion. Das Wesentliche ist gesagt.» Michael Schmieder

André Heller, Hanser Literaturverlage

Buch bestellen

Warum wir unseren Eltern nichts schulden

Schulden wir unseren Kindern etwas? Die Philosophin Barbara Bleisch beleuchtet dieses heikle Thema in einem Buch – und kommt zum Schluss, dass wir ihnen allein für die Kindschaft gar nichts schulden. Die meisten Eltern investieren sehr viel in die Betreuung und Erziehung ihrer Kinder. Sie haben in neue Rollen zu schlüpfen und sich neue Gewohnheiten und Routinen anzulegen. Schulden erwachsen gewordene Kinder ihren Eltern deshalb Gegenleistungen?

Anders als es der Titel suggeriert, ist das Buch kein Freipass dazu, die Bedürfnisse der Eltern zu ignorieren und ihre Gefühle zu verletzen. Barbara Bleisch argumentiert systematisch von verschiedenen Perspektiven aus. Sie erzählt Fallbeispiele, lotet Konflikte aus, zitiert grosse Denker und räumt auf mit alten Klischees und Moralvorstellungen. Damit gibt sie den Lesern gleichzeitig Rat und Freiheit in der Beziehungsgestaltung zu den Eltern.

Barbara Bleisch, Hanser Verlag, 2018.

Buch bestellen

Filme

Das Leben vor dem Tod

Armin Gloor und Goffredo Frei sind Nachbarn im Tessiner Bergdorf Cumiasca. Goffredo ist Optimist und will noch ein paar Jahrzehnte lang seine Träume ausleben. Armin will trotz guter Gesundheit mit 70 freiwillig aus dem Leben scheiden. Dieser Entscheid bringt die Freundschaft der beiden ins Wanken.

Goffredos Sohn Gregor Frei macht Filme und begleitete die beiden über mehrere Jahre hinweg mit der Kamera. Er dokumentierte Gespräche, Zerwürfnisse und Versöhnungen der beiden älteren Männer. Daraus ist der berührende, inspirierende und manchmal verstörende Film «Das Leben vor dem Tod» entstanden, an dem alles echt ist – samt Abtransport des Sarges, in dem Armins Leichnam liegt.

Spannendes Interview und alle Informationen zum Film.

Der Trailer zum Film

Ella und John

Ella und John fahren mit einem Wohnmobil von Boston nach Key West. Unterwegs feiern sie lustvoll die letzten Wochen ihres Lebens, denn Ella hat Krebs und John Demenz. Die tiefe Liebe zwischen Ella (Helen Mirren) und John (Donald Sutherland) entfacht von Neuem auf den Strassen, die mit vielen Erinnerungen gepflastert sind. Sie singen Janis Joplins Lieder, trinken reichlich Whisky und Champagner, sie liebkosen sich und tanzen zur Musik aus den 1960er-Jahren.

«Ella und John – das Leuchten der Erinnerung» (englisch: «The Leisure Seeker»), Italien, 2017: Regie Paolo Virzi, mit Helen Mirren und Donald Sutherland.

Bild PD

Hier finden Sie eine ausführliche Filmbesprechung

Amour

Georges und Anne sind um die 80, und es fehlt ihnen an nichts. Doch nach zwei Schlaganfällen ist Anne bettlägerig und kann kaum mehr sprechen. Dreimal wöchentlich kommt eine Pflegerin. Trotz dieser Unterstützung ist Georges überfordert und kapselt sich von der Umwelt ab.

F/D 2012, Regie: Michael Haneke, mit Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva, Isabelle Huppert

Der Trailer zum Film

Pandora's Box

Der Film erzählt die Geschichte der alten Nusret, die in einem Dorf an der Schwarzmeerküste lebt. Ihr Mann ist gestorben, ihre drei Kinder sind nach Istanbul gezogen. Die beiden Generationen leben in verschiedenen Welten und finden kaum mehr Berührungspunkte. Als die Kinder erfahren, dass Nusret verwirrt ist und betreut werden muss, werden sich die Jungen wieder ihres eigenen Lebens gewahr. Der Film zeigt auch, wie in den städtischen Gesellschaften Idealismus durch Konformismus ersetzt wird.

Regie: Yesim Ustaoglu, Türkei 2009

Der Trailer zum Film